Aixtron, VW, Continental – Setzen Sie auf “starke” Aktien


An Tagen wie heute gibt es eigentlich nicht viel zu berichten, denn der Aktienhandel in Frankfurt ist sehr müde und somit wenig aussagekräftig. Wie heute morgen schon berichtet gibt es einige Aktien die dennoch starke Kursausschläge verzeichnen. Allen voran wäre da wohl die Aktie der Deutschen Börse AG zu erwähnen, die über den Dividendenabschlag hinaus deutliche Verluste verbucht. Letztlich wird aber  -wie fast immer – der Handel erst nach der Öffnung der US Börsen sein wahres Gesicht zeigen. Nach den guten Vorgaben aus Asien ist eigentlich eher mit einer leichten Erholung am heutigen Tage zu rechnen. Festlegen will ich mich da allerdings in Anbetracht der Verwerfungen durch die Griechenland-Krise nicht.

Ich habe die letzten Tage damit zugebracht intensiv zu beobachten wie sich die verschiedenen Aktien in so einem Umfeld verhalten, und die Ergebnisse sind wirklich sehr unterschiedlich und teilweise recht beeindruckend ausgefallen. Es ist sicherlich ratsam die Aktien, die momentan die größte relative Stärke zeigen, etwas genauer unter Beobachtung zu nehmen, da man davon ausgehen kann dass diese zum einen wohl einen (vorübergehenden) Boden gefunden haben, und zum anderen bei einem erneuten Anstieg der Indizes dann überproportional steigen sollten. Ob dieser Anstieg nun unmittelbar bevor steht, oder wir nochmal 150 Punkte im DAX abgeben sei mal dahin gestellt. Ich halte es aber für eine gute Idee sich nun eine Intensiv-Watchlist anzulegen, für den Fall der Fälle.

Allen voran beeindruckt die Aixtron Aktie bereits seit Wochen mit enormer Stärke. Auch heut wieder, nachdem zur Börseneröffnung erst einmal schwächer Kurse zu sehen waren. Und natürlich war dieser Kursrückgang auch bedingt durch den heutigen Dividendenabschlag von 0,25 Euro je Aktie. Die Aixtron Aktie ist aber in der gesamten Absturzphase des DAX seitwärts gelaufen – mit leicht steigender Tendenz. Heute ist Aixtron nun wieder mit einem satten Plus von 2,5 Prozent auf dem Weg zur letzten Widerstandsline bei 13,20 Euro, und kurz davor ein neues, kräftiges Kaufsignal zu generieren. Gelingt nun der Sprung darüber dürfte auch die Marke bei 14,- Euro schnell wieder erreicht sein. Mittelfristig liegt das charttechnische Ziel weiterhin bei 16,- Euro.

Ebenfalls gut verdaut hat die VW Aktie den Kursrutsch der letzten drei Wochen. Lediglich ein leichter Rückgang von 145,- Euro auf heute 133 Euro mussten die Aktionäre verkraften, während andere Aktien bereits wieder auf den Tiefständen aus dem Jahre 2008 notieren. VW straft regelmäßig alle Bären lügen indem ohne Pause hervorragende Verkaufszahlen und Umsätze abgeliefert werden, und das kann und wird der Markt nicht ignorieren. Ebenso sieht es bei der Continental Aktie aus, die sich nicht mehr nennenswert von der 70,- Euro Marke weg bewegt. Auch hier sind die Geschäftszahlen der letzten Quartale weiterhin sehr solide. Gestern hat die Ratingagentur S&P das Kreditrating des Unternehmens noch einmal um zwei Stufen herauf gesetzt, was bedeutet dass Conti sich künftig noch besser refinanzieren kann. Und das wiederum sollte sich dann auch in den Bilanzen widerspiegeln.

Es ist also weiterhin ganz wesentlich wo Sie Ihr Geld im Moment investieren, wenn Sie gerade investieren wollen, und noch nicht die Lust daran verloren haben. Beobachten Sie die Aktien und deren Verhalten an turbulenten Tagen genau. Ein für mich wesentlicher Faktor ist auch das Rebound-Potenzial, dass sich bei der jeweiligen Aktie dadurch zeigt, wie schnell sich der Titel im Falle eines leichten DAX Anstieges wieder erholen kann. Die drei oben genannten Beispiele sind natürlich nicht die einzigen. Gehen Sie ihre Watchlist täglich systematisch durch und bewerten Sie die interessanten Kandidaten jeden Tag neu. Schreiben Sie die Ergebnisse Ihrer Beobachtungen auf einen Zettel und vergleichen Sie diese regelmäßig. Natürlich funktioniert das System auch in die andere Richtung. Führen Sie Buch über Ihre potenziellen Kaufkandidaten und Sie werden schnell die faulen Äpfel im Körbchen aussortieren können!

Abgelegt in Aktien AnalysenComments (0)

Achtung bei Leoni, BMW, Wacker Chemie, Aixtron und der Deutschen Börse


Heute notieren einige Aktien im frühen Handel mit deutlichen Abschlägen. Das ist allerdings kein Grund zur Sorge, denn Leoni, BMW, Wacker Chemie, Aixtron und Deutschen Börse notieren heute EX Dividende, also mit einem Abschlag in Höhe der ausgeschütteten Gewinne des letzten Jahres. Es ist Erntezeit in Deutschland und somit sollten Anleger nicht vergessen auch gelegentlich mal einen Blick in den Dividendenkalender zu werfen. Gestern konnte ich in verschieden Foren lesen dass Anleger immer wieder überrascht werden wenn der Kurs der Aktie im Depot plötzlich absackt, deswegen wollte ich heute noch einmal rechtzeitig auf die Dividendenabschläge hinweisen. So geschehen gestern auch bei Rheinmetall, die sich nach der Ausschüttung dann aber bis zum Handelsende kräftig nach oben bewegten und den Großteil des Dividendenabschlags wieder aufholen konnten.

Anleger die die oben genannten Aktien nicht im Depot haben sollten aber ebenfalls wissen wann zumindest die deutschen Schwergewichte, wie beispielsweise eine BMW, ihre Dividende ausschütten. Das kann sehr interessant sein um sich die Aktien dann etwas näher anzusehen, und nach Dividendenzahlung einen Einstieg zu wagen. Insbesondere natürlich in der heutigen Zeit, in der fast alle Aktien sowieso schon stark verprügelt worden sind, und sich am unteren Ende gewisser Handelsspannen befinden. Nicht selten werden nach dem Dividendenabschlag sehr interessante Kursniveaus erreicht, die langfristig solide Unterstützungen bieten.

So dürfte es auch heute bei Leoni, BMW, Wacker Chemie, Aixtron oder auch der Deutschen Börse sein. Schauen Sie sich diese Titel heute ruhig mal etwas genauer an. Ausser den genannten Aktien werden heute noch Rational, KSB, Bunge, China Mobile, Elexis, Teva, Villeroy & Boch,Walgreen,GFK,QSC, Elringklinger, Statoil, OHB, Celesio, Augusta, Stratec und Orbis gehandelt. Vielleicht finden Sie ja auch heute nach US Börseneröffnung somit ein paar interessante Setups unter den genannten Aktien. Der heutige Handelstag sollte zwar aufgrund des Feiertags relativ ruhig verlaufen, die Vorgaben aus Asien sind aber gut und lassen auf einen freundlichen Ausklang der Woche hoffen. Ich wünsche allen Lesern an dieser Stelle einen schönen Vatertag und stets gute Entscheidungen.

Abgelegt in Aktien Analysen, Behavioral FinanceComments (0)

Facebook – Greed is good?!


Offenbar ist die Nachfrage nach Facebook Aktien im Vorfeld des geplanten Börsengangs so groß dass Firmengründer Marc Zuckerberg den Preis nun ein weiters mal anheben kann. Zudem wurde die Anzahl der auszugebenden Aktien noch einmal erhöht. Ich hatte ja hier im Blog schon verschiedentlich darüber berichtet was ich persönlich von dem Börsengang halte, bzw. der Bewertung des Unternehmens…Dennoch hier nochmal eine kurze Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse und Pläne Zuckerbergs damit Sie sich ein objektives Bild davon machen können.

Zunächst lag die Preisspanne für die Facebook Aktien zwischen 28,- und 35,- Dollar je Aktie. Gestern wurde nun bekannt dass man die Preisspanne auf 34,- bis 38,- Dollar erhöht habe. Offenbar sei der Andrang so groß dass Zuckerberg sich realistische Chancen für diesen Mehrerlös ausrechnet. Facebook würde dann umgerechnet mit einem Börsenwert von satten 104 Milliarden US Dollar an den Start gehen. Mit einem aktuellen Kurs Gewinn Verhältnis von knapp 100 fühlt man sich sofort an die guten alten Zeiten des Neuen Marktes erinnert in denen die Gewinnsituation eines Internet Unternehmens eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Ob Facebook allerdings die hohen Erwartungen des Marktes erfüllen wird steht noch in den Sternen, denn der Internetriese ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen in der Vergangenheit noch nicht sehr erfolgreich gewesen. Die Wachstumsdynamik des Unternehmens hatte in den letzten Monaten ebenfalls weiter nachgelassen. Der finale Ausgabepreis soll nun am Donnerstag bekanntgegeben werden. Mit der Erstnotierung an der Nasdaq wird für Ende dieser Woche gerechnet. Am Freitag soll das Papier mit dem Kürzel FB dann erstmals an der Nasdaq gehandelt werden.

Heute wurden indes Gerüchte, dass man nun auch noch die Anzahl der ausgegebene Aktien um knapp 25 Prozent auf 421 Millionen Stück raufsetzen möchte, von Facebook nicht kommentiert. Sollte dem so sein muss man den Initiatoren wohl langsam eine gewisse Maßlosigkeit unterstellen. Ich fühle mich an dieser Stelle ernsthaft an den Ausspruch von Michael Douglas alias Gordon Gekko in “Wallstreet” erinnert, der mit “Greed is good” wohl eine ganze Generation von Börsenspekulanten geprägt hat.

Wie auch immer der Facebook Börsengang nun verlaufen wird, und sich die Aktie dann ab Freitag entwickelt, Sie können sich sicher sein dass das investierte Geld dann einige Leute sehr glücklich machen wird. Wie zuletzt den Firmengründer Kevin Systrom von Instagram, einem Internet Unternehmen ohne ein nennenswertes Monetarisierungs-Modell, die von Marc Zuckerberg kürzlich für eine Milliarde US Dollar gekauft wurde…aber sehen Sie selbst! http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=uJXOJ6oro_s

Da fällt mir noch ein bekannter Spruch eines großen Mannes ein, “Sei gierig wenn alle ängstlich sind und sei ängstlich wenn alle gierig werden!” Das passt nicht nur gut zum Facebook Börsengang sondern wohl insbesondere zu der Zeit die wir an den Finanzmärkten gerade erleben. Ich wünsche Ihnen alle einen schönen und erholsamen Vatertag morgen!

Abgelegt in Aktien Analysen, Insider Handel, MarktberichtComments (1)

Commerzbank – Kaufen wenn die Kanonen donnern?


Die Commerzbank Aktie fällt heute im frühen Handel auf 1,40 Euro und hat damit eine wichtige Unterstützung erreicht. Die Nachrichtenlage aus Griechenland  hat einmal mehr die Börsen weltweit in ihren Bann gezogen und man darf doch einigermaßen fasziniert sein dass dieses kleine Land, dessen desolate Situation nunmehr seit drei Jahren bekannt ist, immer wieder in der Lage ist die Finanzwelt derart zu erschüttern. Eigentlich sollte man den Helenen, rein aus wirtschaftlicher Betrachtung, wohl nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als ihnen zusteht. Mit einem Bruttosozialprodukt nahe dem einer europäischen Großstadt ist der Schaden für die Gemeinschaft im Falle einer Pleite des Landes sicherlich überschaubar.

Dennoch sind die Verstrickungen in unserer heutigen globalen Welt so unkalkulierbar geworden dass Anleger erst einmal die vorsichtige Variante wählen und Cash horten. Und genau dass ist wohl auch nach wie vor das große Problem der Commerzbank bzw. ihrer Aktionäre. Wo die Reise nun für Griechenland hingehen wird ist ungewiss – Experten sind sich aber einig, dass für das griechische Volk in naher Zukunft wohl nicht viel Gutes zu erwarten ist, sollte es sich bei den Neuwahlen überwiegend für den linksextremen Alexis Tsipras entscheiden.

Die spannende Frage ist also ob es der Commerzbank wirklich gelungen ist die Risiken in Griechenland, wie kürzlich angegeben, auf ein Minimum zu reduzieren. Der Markt zweifelt offensichtlich an dieser Aussage. In Griechenland machen sich derweil Gerüchte über einen sogenannten “Bank Run” breit. Soll heißen, dass griechische Sparer in den letzten Tagen bereits verstärkt damit begonnen haben ihre Spareinlagen in bar bei den Banken abzuheben. Alleine am Montag sollen über 700 Millionen Euro von griechischen Mitbürgern abgehoben worden sein, die man dann offenbar in neue Drachmen tauschen will. Laut Staatschef Karolas Papoulias regiert zwar noch nicht die Panik auf Griechenlands Strassen, aber es scheint mir dass dazu nur noch ein kleiner Funke nötig ist…!

Und so wundert es auch nicht dass im Moment Anleger weltweit in Liquidität flüchten. Das Anlegerverhalten hat nun, nicht nur in Europa sondern auch weltweit, dramatische Züge erreicht. Somit dürfte die Bodenbildung wohl nicht mehr allzu fern sein. Die Nachricht über die griechischen Neuwahlen ist nun raus und dürfte wohl auch vorher schon am Markt verarbeitet worden sein. Was noch nicht eingepresst wurde ist das nun zu erwartende Chaos! Dennoch scheint nun (endlich) absehbar zu sein dass das Land in der Folge der Neuwahlen aus der Europäischen Währungsunion ausscheiden wird. Und das sollte dann wohl am Ende zu einer deutlichen Erleichterungsrally an den Märkten führen.

Beobachten Sie die Commerzbank Aktie in den kommenden Tagen genau. Auf diesem Niveau könnte sich zumindest aus charttechnischer Sicht wieder eine interessante Einstiegschance ergeben. Frei nach dem Motto: “Kaufen wenn die Kanonen donnern”, rechne ich persönlich nicht damit dass die Welt nun untergehen wird. Viel mehr bin ich fasziniert von den teilweise extrem niedrigen Kursniveaus mit denen wohl keiner mehr so schnell gerechnet hätte. Anleger die den Anstieg im Januar verpasst haben bekommen nun eine zweite Chance – und das wird nach der ersten Welle panikartiger Verkäufe wieder zu einem Anstieg der Indizes führen, wenn sich Anleger in Erwartung höherer Inflation wieder auf die wahren Werte von Unternehmen besinnen – auch oder insbesondere bei einer Commerzbank Aktie!

Abgelegt in Aktien Analysen, MarktberichtComments (12)

Land unter bei HHLA


Zuletzt äusserten sich wieder einige Analysten positiv zu den Aussichten des Hamburger Hafenbetreibers HHLA. Ich persönlich war und bin angesichts der momentanen Konjunktursorgen nach wie vor skeptisch ob das Unternehmen eine nach wie vor ambitionierte Bewertung verdient. Heute veröffentlichte das MDax Unternehmen die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal des Jahres 2011. Demnach ging das operative Ergebnis des Logistikdienstleisters in den genannten Zeitraum um satte 23 Prozent auf 31,5 Millionen Euro zurück. das Nettoergebnis fiel gar auf nur noch 8,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in dem noch gut 42 Prozent mehr Gewinn erwirtschaftet wurde.

Zudem erwartet Firmenchef Klaus-Dieter Peters nun für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, und geht davon aus dass sich die Schwäche der Logistikbranche noch über das gesamte Jahr hinziehen könnte. Peters plant vorsichtig mit einem operativen Ergebnis von 200 Millionen Euro nach 207 Millionen Euro im vorangegangenem Jahr. Ursprünglich hatte man bei HHLA mit einer Gewinnsteigerung von 5 Prozent jährlich gerechnet. Hohe Zusatzkosten infolge des Umbaus des neuen Containerterminals Buchardkai, rückläufige Mieteinnahmen für Container und Verzögerungen bei der Elbvertiefung machte die Konzernführung für das Ergebnis verantwortlich.

Das Zahlenwerk ist für die HHLA Anleger schlichtweg eine Enttäuschung, was sich in dem heutigen Aktienkurs auch deutlich widerspiegelt. Mitte indem satten Minus von über sieben Prozent notiert die Aktie gerade bei 21,40. Aus charttechnischer Sicht wurden damit sehr wichtige Unterstützungsmarken bei ca 22,50 und 23,- Euro verletzt. Die nächsten Kursziele könnten somit nun bei 20,50 und 19,20 Euro liegen. Auch fundamental betrachtet ist die HHLA Aktie mit einem KGV von 18,72 und einem Buchwert je Aktie von lediglich 8,87 Euro (2011) nicht gerade attraktiv. Momentan gibt es zudem sicherlich aussichtsreichere Aktien am Deutschen Aktienmarkt

Abgelegt in Aktien AnalysenComments (1)

Salzgitter und Aurubis solide, ThyssenKrupp bedenklich…


Die Salzgitter AG meldete heute die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Etwas schwächer als von Analysten erwartet entwickelte sich dabei das operative Ergebnis des Konzerns mit einem Minus von 15,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 44 Millionen Euro in den Büchern stand. Darin enthalten sind 28 Millionen Euro Ergebnisbeitrag von Europas grösstem Kupferkonzern Aurubis, an dem Salzgitter beteiligt ist. Der Umsatz konnte hingegen weiter kräftig zulegen. Im ersten Quartal des Jahres setzte Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher mit  2,6  Milliarden Euro um, was einer Steigerung um 13 Prozent entspricht. Das Ergebnis wurde insbesondere durch einen Röhrenauftrag aus dem Iran, der nicht umgesetzt werden konnte, sowie die schwächeres Stahlpreise im Jahr 2011 belastet, hieß es in der heutigen Pressemeldung.

Die Konzernführung zeigte sich aber sehr optimistisch für das Gesamtjahr, und rechnet mit einer weiteren Belebung des Geschäftes sowie wieder steigenden Stahlpreisen. Bereits zum Jahresanfang 2012 haben die Notierungen für Stahl wieder angezogen. Zudem konnte Salzgitter den Fehlenden Auftrag im Röhrengeschäft bereits jetzt durch eine entsprechende Order aus Australien kompensieren. Die Eigenkapitalquote von 43 Prozent sowie 642 Millionen Euro Nettofinanzposition bilden eine nach wie vor äußerst solide Basis für die Zukunft des Konzerns, hieß es.

Alles in allem dürfte damit die Durststrecke der deutschen Stahlkonzerne allmählich zu Ende gehen. Insbesondere auch die gestern veröffentlichten Zahlen der Beteiligung an Europas größter Kupferhütte Aurubis entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich, und zeigt das der Trend in dem Sektor nun wieder allmählich nach oben dreht. Hervorzuheben ist wohl auch dass die Handelssparte von Salzgitter einen wesentlichen Beitrag zu dem Geschäftsergebnis beigetragen hat, was für mich persönlich die Theo unterstreicht dass Stahlhändler wie Klöckner &Co, vorübergehende Marktschwächen am besten abfedern können. Das heute gelieferte Zahlenwerk von Salzgitter, insbesondere der um 300 Millionen Euro deutlich gesteigerte Umsatz, würde ich als solide bezeichnen. Wenn die Stahlpreise nun weiter steigen, dürfte sich dies auch überproportional positiv auf die künftigen Bilanzen des Konzerns auswirken.

Die momentan sehr niedrige Börsenbewertung der Salzgitter AG dürfte nach den Zahlen, und vor allem dem positiven Ausblick bald der Vergangenheit angehören. Hier sollte nun so langsam alles schlechte eingepresst sein und genügend Raum für positive Überraschungen bestehen…Etwas mehr Sorgen muss man sich da wohl als ThyssenKrupp Aktionär machen. Noch immer schreibt der Konzern hohe Verluste, die aus den Stahlwerken in Brasilien und den USA herrühren. Die Verschuldung des Konzerns ist inzwischen auf 6,5 Milliarden Euro angewachsen. Der Verkauf der defizitären Edelstahlsparte an den finnischen Mitbewerber Outokumpu dürfte da kurzfristig wohl nur wenig Entlastung bringen.

Abgelegt in Aktien Analysen, Trades/TradingUpdatesComments (1)

DAX weiter am Rande des (griechischen) Abgrundes…


Die abgelaufene Börsenwoche war grausam, da gibt es aus Sicht eines Anlegers nicht viel zu beschönigen. Sämtliche wichtigen Indizes bewegten sich fünf Tage in Folge am Rande des Abgrundes, konnten aber letztlich (vorerst) alle relevanten Marken verteidigen. Weiterhin belasten insbesondere die Ereignisse rund um die Wahlen in Griechenland die Börsen, aber auch andere “Aufreger der Woche” trugen nicht unbedingt dazu bei dass Investoren wieder neuen Mut fassten und erneut auf eine Gegenbewegung an den Aktienmärkten gesetzt haben. Unter anderem der Milliardenverlust von JP Morgan, der Ausblick von Cisco Systems, aber auch die deutlichen Gehaltserhöhungen der Commerzbank Führungsriege, haben in dieser Woche auf Investors Inside für Diskussionen gesorgt.

Der Deutsche Leitindex hat am Freitag mit einem versöhnlichem Wochenschluss über der wichtigen Unterstützungsmarke von 6.500 Punkten bei 6580 Punkten geschlossen. Das erneute Scheitern der Griechen bei der Bildung einer funktionsfähigen Regierung dürfte aber bereits am Montag schon wieder auf die allgemeine Stimmung drücken. Somit mache ich es heute kurz. Es gibt nun zwei mögliche Szenarien, deren Kursziele und wichtige Chartmarken Sie kennen sollten…Ich denke es kann sehr wichtig sein sich für beide Fälle jetzt schon eine praktikable Strategie zurecht zu legen!

Das Gesamtbild bleibt wohl auch in der kommenden Woche eher gemischt, da im Moment alles auf Neuwahlen in Griechenland hindeutet, die dann wohl die Linke für sich entscheiden könnte und somit ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion immer wahrscheinlicher wird. Ohne diese Ereignis würde ich ganz klar auf eine baldige Trendwende am Aktienmarkt setzen, denn vieles spricht eigentlich dafür dass wir nun wieder höhere Aktienkurse sehen sollten. Ich habe ja bereits in der letzten Woche darüber berichtet…! Inzwischen befinden wir uns kurzfristig im deutlich überverkauften Bereich beim DAX, S&P und Co. was zumindest für eine technisch bedingte Gegenreaktion in der nächsten Woche spricht. Beide Indizes sind zudem in der letzten Woche von einem steilen Abwärtstrend in einen Seitwärtstrend über gegangen. Eine Bodenbildung an den entscheidenden Marken ist somit nun möglich.

Ich habe Ihnen in dem obigen Chart ein paar – hoffentlich selbsterklärende – Punkte eingezeichnet die aus meiner Sicht nun sehr wichtig sind und entsprechend intensiv beobachtet werden sollten. Kann der DAX am Montag oder Dienstag, nach (wahrscheinlich) anfänglicher Schwäche, den nun eingeschlagenen kurzfristigen Trend wieder aufnehmen würde dies die Bestätigung einer inversen SKS Formation zur Folge haben, deren geschätztes Kursziel dann bei ca 6.800 Punkten liegt. Ein wichtiges Etappenziel dabei ist das Überschreiten der 6.600er Marke auf Schlusskursbasis. In diesem Falle sollte sich auch das allgemeine Sentiment dann wieder deutlich aufhellen. Ein weiterer Anstieg in Richtung 7.100 Punkte scheint somit nach wie vor möglich zu sein.

Grundsätzlich bleibt die Hürde bei 7.120 Punkten die wohl entscheidende Marke des gesamten Börsenjahres 2012. Wie Sie sehen verläuft hier der entscheidende Kreuzwiderstand des langfristigen Abwärtstrends, des Aufwärtstrends aus dem ersten Quartal diesen Jahres und des sehr kurzfristigen Aufwärtstrends, sollte sich dieser in der kommenden Woche bestätigen. Erst wenn dieses Niveau überwunden werden kann sehen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz andere Aktienkurse als heute. Das ist natürlich Zukunftsmusik und klingt in Anbetracht der aktuellen Lage schon fast etwas abstrakt jetzt auf diese Marken hinzuweisen. Aber Sie sollten dieses Niveau kennen, denn es kann in diesem Umfeld auch jederzeit eine Nachricht über die Ticker laufen die genau dieses Szenario dann auslösen wird. Und dann muss man schnell handeln…

Bei aller Begeisterung über die Wahrscheinlichkeit eines kräftigen Anstieges möchte ich aber natürlich nicht die möglichen Gefahren ausblenden. Denn auch auf der anderen Seite besteht inzwischen eine sehr realistische Chance auf eine starke Kursbewegung. Warum die aktuellen Niveaus im S&P 500 so entscheidend sind erkennen Sie in dem Chart oben. Der S&P befindet sich in der seit Anfang 2011 Gültigen Unterstützungszone, und zwar am unteren Ende. Sollte dieser Bereich nun nach unten verlassen werden, ist das nächste Kursziel erst wieder bei 1.288 Punkten zu finden, was sicherlich für die Entwicklung des Dax auch nicht ohne gravierende Folgen bleiben wird.

Aktuell gilt es somit beim S&P 500 die Marke von 1.365 Punkten genauestens zu beobachten, denn auch hier liegt auf der kurzfristigen Ebene momentan die Nackenlinie einer inversen SKS Formation, die den Index wieder zurück in den Bereich um die 1.385 Punkte führen sollte. Gelingt dies nicht und fällt der DAX somit in der Folge erneut unter die 6.400 Punkte Marke, dürfte sich der Abwärtstrend somit weiter fortsetzen. Ein realistisches Kursziel läge in diesem Falle  bei 6.172 Punkten. Hier liegt eine weitere starke Unterstützung, bevor dann eventuell die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten angegriffen werden könnte. Bei 6.350 Punkten liegt eine kleine Unterstützung in Form des 61,80% Fibonacci Levels.

Ich hoffe es ist mir gelungen Ihnen die Brisanz der aktuellen Situation aufzuzeigen, die hohe Risiken, aber auch enorme Chancen beinhaltet. Das Spiel der Griechen mit dem Feuer hat somit leider erneut das Potenzial die gesamte Finanzwelt für einige Monate auf den Kopf zu stellen. Sollte es doch noch kurzfristig zu einer Einigung der griechischen Parteien kommen, wird der Markt dies wohl mit einer Rally belohnen. Die Analyse von Einzelaktien macht somit für den Moment wenig Sinn. Erst wenn wieder klarer wird in welche Richtung die Reise in den kommenden Wochen gehen könnte, werde ich mich wieder verstärkt darauf konzentrieren die Chancen einzelner Branchen und Unternehmen hier zu besprechen. In der letzten Woche habe ich mich im Blog dem Kursrutsch der Klöckner & Co. Aktie und den Quartalszahlen der Commerzbank  etwas näher angenommen. Wenn Sie Lust haben schauen Sie doch mal im Blog vorbei.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr Lars Röhrig

Abgelegt in Börsen Newsletter, Marktbericht, WochenausblickComments (0)

Der Facebook Börsengang rückt näher…


Abgelegt in FinanztippsComments (0)

Gastkommentar: Die Solarindustrie in der Konsolidierungs-Phase


Der Gesetzentwurf zur Kürzung Einspeise-Vergütung für Solarstrom wurde heute vom Deutschen Bundesrat gestoppt und in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Dessen ungeachtet sucht die Deutsche Solarindustrie den richtigen Weg in die Konsolidierung. Ein kurzer Überblick

BOSCH versucht aktuell seine Solarsparte unter diesen neuen Bedingungen, Kürzungen der Einspeise-Vergütungen sowie weltweite Überkapazitäten, neu auszurichten. Im Jahr 2011 sind die Erlöse nach Unternehmensangaben um knapp 10 % auf rund 800 Mio. Euro zurückgegangen. Das defizitäre Geschäftsfeld Photovoltaik sowie Firmenwertabschreibungen i. H. v. 560 Millionen in diesem Bereich haben wesentlich zum operativen Verlust von 364 Mio. Euro in der Konzernsparte Industrietechnik beigetragen. „Wenn die Preise in einem Jahr um 40 Prozent sinken, kann man das mit Kostensenkungen nicht kompensieren“, fasst Bosch-Vizechef Siegfried Dais die Problematik zusammen.

Wie sich die Umsätze der Solarstromsparte mit rund 3500 Mitarbeitern bis zum Ende dieses Jahres entwickeln werden, sei noch nicht absehbar. Von einer Bereinigung des Marktes sei derzeit noch nicht viel zu spüren, kommentiert Dais. „Auch insolvente Hersteller produzieren weiter.“ Und selbst wenn alle angeschlagenen Produzenten aufhören würden, gäbe es noch Überkapazitäten am Markt, sagte der Manager. Bisher hat Bosch nach Angaben des Geschäftsbereichs Finanzen seit dem Einstieg in die Photovoltaik im Jahr 2008 operative Verluste von 300 Millionen Euro verbucht.

Bosch sieht in seiner strategischen Ausrichtung einen mittelfristigen Erfolgseintritt. Das Bosch-Management zeigt sich davon überzeugt, dass die Bedeutung der Sonne als Energiequelle weiter wachsen wird, beispielsweise wegen der sinkenden Anlagenpreise bei gleichzeitig steigender Leistung. „Die Kosten pro Kilowattstunde werden bei Photovoltaik-Anlagen schon in wenigen Jahren niedriger sein als bei Offshore-Windkraftanlagen“, prognostizierte Dais. Zudem lasse sich durch die Kombination von Solar- und Windstrom ein Teil der Stromproduktionsschwankungen ausgleichen. Bosch positionierte sich auch zum Reizthema Subventionen. „Mittelfristig muss auch diese Sparte wirtschaftlich arbeiten“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach.

Eine permanente Quersubventionierung könne es nicht geben. Fehrenbach zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass es im laufenden Jahr gelingen werde, durch technische Optimierung und Kostensenkungen das Ergebnis im Solargeschäft zu verbessern. In drei bis fünf Jahren, so schätzt der scheidende Bosch-Chef, könnten schwarze Zahlen erzielt werden. Welche konkreten Sparmaßnahmen in der Solarsparte geplant sind, wollte Vizechef Dais nicht sagen. Aktuell sei die Produktion von Solarzellen im Werk Arnstadt komplett ausgelastet. Der Markt bleibe aber zunächst sehr volatil!

CONERGY befindet sich derweil in einer laufenden Übernahme durch einen Konkurrenten aus China.”Es ist nicht mehr eine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann.” Die Aktien der Conergy AG sind wegen des möglichen Einstiegs eines chinesischen Konkurrenten des Hamburger Solarunternehmens am Donnerstag um bis zu 16 % auf 0,57 Euro und damit den höchsten Stand seit Februar gestiegen. Conergy war einmal Deutschlands größtes Solarunternehmen.

centrotherm photovoltaics AG hat im ersten Quartal 2012 in einem schwierigen Marktumfeld einen Auftragseingang von 255,4 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 224,3 Mio. Euro) erzielt. Die Branchen- und Finanzierungssituation bleibt weiterhin angespannt und zeigte sich erneut in der Geschäftsentwicklung. Für die ersten drei Monate dieses Jahres ergab sich im Konzern ein Umsatz von 82,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 189,3 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) sank auf minus 42,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 17,7 Mio. Euro). Der Auftragsbestand betrug zum 31. März 2012 insgesamt 508,2 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 423,0 Mio. Euro). Der Lichtblick und Konsolidierungsanker: der Großauftrag von Sonelgaz zum Bau einer vollintegrierten Solarmodulfabrik in Algerien in Höhe von 227,1 Mio. Euro.

„In den Zahlen spiegeln sich die Marktturbulenzen wider, mit denen auch wir zu kämpfen haben“, sagte Dr. Thomas Riegler, Finanzvorstand der centrotherm photovoltaics AG. „Die Branche befindet sich in der bisher schwersten Krise, die Konsolidierung ist im vollen Gange. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung unseres Restrukturierungsprogramms ct focus, welches umfangreiche Maßnahmen zur Ergebnis- und Liquiditätssicherung vorsieht. Das erklärte Ziel, um centrotherm auf den Weg nachhaltiger Profitabilität zurückführen, ist eine schlanke und effizienten Organisationsstruktur, sowie die strategische Ausrichtung auf die technologischen Kernkompetenzen und Produkte insbesondere im Segment Solarzelle & Modul sowie im Bereich Halbleiter. Für das erste Halbjahr 2012 gehen wir von keiner Verbesserung der aktuellen Situation aus.“

Im Segment Silizium & Wafer erzielte centrotherm photovoltaics mit dem Verkauf von Technologie und Anlagen für die Silizium -Produktion Umsätze von 37,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 29,3 Mio. Euro). Für das operative Ergebnis (EBIT) ergab sich ein Wert von minus 0,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 2,2 Mio. Euro). Der Auftragsbestand im 2/3 Segment lag am 31. März 2012 bei 195,5 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 176,1 Mio. Euro).Im Berichtszeitraum hat sich das Risiko verdichtet, dass es im Rahmen eines Großprojekts möglicherweise zu einem Rechtsstreit in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages kommt.

Da der Vorstand nach bisheriger Einschätzung davon ausgeht, dass aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen hieraus für die Gesellschaft keine größeren Belastungen resultieren werden, wurden derzeit keine weiteren Rückstellungen gebildet. Im Segment Solarzelle & Modul beliefen sich die Umsatzerlöse auf 37,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 154,9 Mio. Euro). Das EBIT lag bei minus 32,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 19,3 Mio. Euro). Der Auftragsbestand im Segment betrug am Ende des ersten Quartals 306,3 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 234,6 Mio. Euro). Das Segment Dünnschichtmodul erwirtschaftete einen Umsatz von 8,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 5,1 Mio. Euro). Das EBIT lag bei minus 10,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: minus 3,8 Mio. Euro). Das Segment verzeichnete einen Auftragsbestand von 6,4 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 12,3 Mio. Euro).

„Für das erste Halbjahr 2012 sehen wir keine Verbesserung der aktuellen Situation“, so Finanzvorstand Riegler. „Dennoch sehen wir den anhaltenden Kostendruck in der Photovoltaik-Industrie auch als Chance. Denn unsere Kunden setzen auf hocheffiziente Technologien und Produktionsanlagen, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil ermöglichen.
Darüber hinaus sehen wir das mittel- bis langfristige Potenzial der Photovoltaik durch den weltweit steigenden Energiebedarf und die begonnene Energiewende.“

Die centrotherm photovoltaics AG mit Sitz in Blaubeuren ist weltweit führender Technologie- und Equipment-Anbieter der Photovoltaik-Industrie. Das Unternehmen stattet namhafte Solarunternehmen und Branchen-Neueinsteiger mit schlüsselfertigen („Turnkey“) Produktionslinien und Einzelanlagen für die Herstellung von Silizium, kristallinen Solarzellen und -modulen sowie Dünnschichtmodulen aus. Damit verfügt der Konzern über eine breite und fundierte Technologiebasis sowie Schlüsselequipment auf nahezu allen Stufen der Wertschöpfungskette. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte centrotherm photovoltaics einen Umsatz von rund 700 Mio. Euro. Das Unternehmen ist im TecDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Sandro Valecchi

Abgelegt in Aktien Analysen, Gastkommentare, SolarnewsComments (0)

Commerzbank – Blessing überspannt den Bogen!


JP Morgan verzockt 2 Milliarden Dollar und reißt damit heute erneut den gesamten Bankensektor runter. Weniger die enorme Summe dürfte dabei die Anleger interessieren sondern viel mehr die offensichtliche Tatsache dass Banken nichts aus der Krise gelernt haben, und immer noch viel zu hohe Risiken mit den ihnen anvertrauten Geldern eingehen. Da hilft auch die öffentliche Entrüstung des Chefs Dimon über die Schlamperei im eigenen Hause nichts. Ein weiteres sehr trauriges Beispiel dafür dass Banker immer noch in den alten Mustern gefangen sind und sich die Welt schön reden, ist für mich persönlich die heutige Nachricht dass die Manager bei der Commerzbank bereits in diesem Jahr wieder Gehälter in Millionenhöhe beziehen sollen.

Ursprünglich wurden die Gehälter der Manager auf 500.000,- Euro pro Jahr gedeckelt, nachdem der Staat vor gut drei Jahren mit stolzen 18 Milliarden Euro zur Rettung der CoBa eilte und dies zur Bedingung machte. Diese Regelung sollte so lange gelte bis die Bank mindestens die Hälfte der Hilfszahlungen zurück gezahlt hat, und die Zinsen aus der verbleibenden Schuld regelmäßig bedient. Mit der Rückzahlung der 14 Milliarden Euro sind die Voraussetzungen dafür nun erfüllt. Auch die Kapitalanforderungen der Bankenaufsicht wurden kürzlich übererfüllt. Somit ist man in der Chefetage wohl der Meinung dass man eine “kleine Belohnung” verdient hätte.

Doch zum Jubeln besteht wohl noch kein Anlass, denn die Risiken in Europa sind nach wie vor – oder mehr den je – existent und bedrohen die Commerzbank, sowie deren Aktionäre. Diese hat zwar ihr Engagement in Griechenland jetzt weitestgehend zurück gefahren, die Gefahr einer ungeordneten Pleite des Landes bleibt aber hoch. Besser gesagt: Gerade ist die Bank also dem existenzbedrohenden Chaos noch einmal entkommen und schon werden die Gehälter und Boni wieder herauf gesetzt. Den Aktionär wird dies nicht freuen, hat er doch den Löwenanteil für die Rückzahlungen an Vater Staat über die letzten Kapitalerhöhungen mitgetragen. Warum sollten sich die Manager nun, zu diesem äusserst ungeschickt gewählten Zeitpunkt, die Gehälter erhöhen?

Noch vor kurzem habe ich die Vorgehensweise, und die Konsequenz bei der Restrukturierung hier im Blog mehrfach gelobt. Sicherlich sieht die Welt für eine Commerzbank inzwischen schon wieder deutlich freundlicher aus als noch vor wenigen Wochen, aber es kann wohl in kleinster Weise davon die Rede sein dass die Bank schon am Ziel ist. Und somit finde ich persönlich auch eine verfrühte Gehaltszahlung auf Vor-Krisen-Niveau nicht nur unpassend, sondern völlig daneben. Herr Blessing ist auf dem besten Wege mit einer solchen Vorgehensweise das mühsam wieder zurückerlangte Vertrauen in das Unternehmen zu zerstören.

Wenn der Aktienkurs der Commerzbank mal wieder im Bereich der 6,- Euro Marke notiert, kann man davon ausgehen das die Bank es halbwegs geschafft hat und die Mehrheit der Aktionäre nicht mehr auf Verlusten sitzt. Dann wäre wohl ein guter Zeitpunkt zu alten Mustern zurück zu kehren, aber nicht vorher. Wenn der Staat, der derzeit immer noch zwangsweise 25 Prozent an dem Unternehmen hält, sein Engagement auf ein Minimum reduziert hat und wenn die Eurohypo abgewickelt sowie die europäische Schuldenkrise gebannt ist, dann haben die Manager wohl eine satte Gehaltserhöhung verdient, weil sie das Unternehmen sicher durch schwere See gesegelt haben. Nach meinem persönlichen moralischen Verständnis aber erst dann!

Kein Aktionäre hätte zu diesem Zeitpunkt wohl ein Problem damit, heute jedoch hat der Vorstand den Bogen eventuell für die meisten Anteilseigner überspannt…Und das ist nicht ungefährlich, sollte die CoBa noch einmal in rauches Fahrwasser kommen, und die Rückendeckung der Investoren dann ausbleiben!

Abgelegt in Aktien Analysen, News, Trades/TradingUpdatesComments (14)

Klöckner & Co. – Wenn alle durchdrehen und nur der Chef einen kühlen Kopf bewahrt…


Der gestrige Kursverlauf der Klöckner & Co. Aktie hat mich dann heute doch veranlasst wieder mal etwas über den Stahlhändler zu schreiben. Grundsätzlich will ich vorausschicken, dass ich die Reaktion des Marktes auf die Zahlen gestern für maßlos überzogen halte. Die Bewertung des Unternehmens hat inzwischen nach meinen Beobachtungen ein gradezu lächerliches Niveau erreicht, und das sehen offensichtlich auch noch andere Menschen so. Firmenchef Gisbert Rühl unterstreicht diese Aussage mit seinem heutigen Insider Kauf von 10.000 Klöckner Aktien zum Kurs von 8,33 Euro. Rühl muss es wissen und hat in den letzten Jahren immer ein sehr glückliches Händchen bei seinen Käufen der eigenen Aktie bewiesen.

Die Klöckner Aktie notiert heute auf einem neuen Tiefstand unter der letzten Marke von 8,20 Euro, die im November auf dem absoluten Höchstpunkt der aktuellen Krise erreicht wurde. Inzwischen hat sich aber bei dem Unternehmen einiges getan. Nicht nur der Cashbestand von einer knappen Milliarde Euro und einer aktuellen Marktkapitalisierung von 900 Millionen Euro sind bemerkenswert, sondern auch die Tatsache das die Integration des letzen Zukaufes, MacSteel in den jetzigen Zahlen weitestgehend eingepreist sein dürften. In Zukunft sollte diese Beteiligung also eher deutlich zum Firmenergebnis beitragen. Und es läuft richtig gut in den USA, zudem ich dort für die kommenden Jahre eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Stahl erwarte.

Analysten haben gestern reihenweise ihre Kursziele für die Aktie nach unten angepasst, und das aus meiner Sicht wohl mal wieder zu dem absolut falschesten Zeitpunkt. Keines der ausgegebenen Ziele liegt allerdings in dem Bereich der heutigen Notierungen, sondern mindestens 12 Prozent darüber. Die Commerzbank Analysten gaben gestern gleich mehrfach Einschätzungen zur künftigen Entwicklung der Aktie an und bestätigten erst das Kursziel 11,- Euro um es dann wenige Minuten später auf 9,- Euro zu senken. Ein weiters Beispiel dafür wie konfus der Markt inzwischen auf Nachrichten reagiert…!

Ich persönlich halte es da eher mit Gisbert Rühl und habe heute zu historisch günstigen Kursen gekauft. Sollten noch mehr Anleger bereit sein den künftigen Weltmarktführer im Stahlhandel, der unter den Barmitteln in der Kasse notiert,  zu diesen Preisen auf den Markt zu werfen, werde ich die Position selbstverständlich weiter ausbauen. Das operative Geschäft  bekomme ich bereits heute umsonst, und die 10,- Millionen Euro Quartalsverlust (erwartet wurden 8,-) rechtfertigen sicherlich nicht einen um 100 Millionen Euro geringeren Börsenwert des Unternehmens.

Abgelegt in Aktien Analysen, Trades/TradingUpdatesComments (18)

Bwin und Bet-at-Home – profitieren von der EM 2012 ?


Vor nunmehr bereits geraumer Weile hatten wir über die politische Situation für private Wettanbieter in Deutschland berichtet. Nun kommt offenbar Bewegung in die zähen Verhandlungen zum Glücksspiel-Vertrag. Noch immer weigern sich nahezu alle Bundesländer die Regeln für die Anbieter von Glücksspielen und Sportwetten zu lockern. Schleswig Holstein hat die Liberalisierung des Glücksspielmarktes nun aber weiter voran getrieben und die ersten Lizenzen noch kurz vor den Landtagswahlen vergeben. Demnach dürften Betfair, Jaxx SE und Oddset nun Sportwetten bis zum Jahr 2018 offiziell in dem Bundesland anbieten. An den Wetten teilnehmen dürfen allerdings nur Spieler die einen dauerhaften Wohnsitz in Schleswig Holstein nachweisen können.

Dennoch geht die Landesregierung in Schleswig Holstein damit als erstes Bundesland den rechtskonformen Weg um dem europäischen Glücksspielgesetz gerecht zu werden. In den kommenden Monaten ist somit wohl damit zu rechnen dass auch die anderen Wettanbieter sich um eine entsprechende Lizenz bemühen werden. Der Andrang ist offenbar groß, denn die EM 2012 steht vor der Tür. Laut Presseberichten liegen inzwischen weitere 23 Anträge auf Zulassung vor. Wann die beiden hier besprochenen Anbieter bwin.party und bet-and-win.com eine entsprechende Zulassung beantragen und erhalten werden ist bislang nicht bekannt, aber ich bin mir sicher dass in den Unternehmen mit Hochdruck daran gearbeitet wird.

Vor kurzem berichtete Bet-at.home über die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Der Internet-Sportwettenabieter hat im Jahr 2011 trotzt höherer Erlöse bereits einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen und auch das erste Quartal dieses Jahres lief nicht besonders gut. Demnach schrumpfte das Vorsteuerergebnis auf nur noch  2,1 Mio. nach 3,9 Mio. Euro im Vorjahr. Der Konzernüberschuss reduzierte sich auf 1,4 Mio. nach zuvor 2,5 Mio. Auch der Aktienkurs von bwin.party kann in den letzten Wochen nicht wirklich überzeugen. Nach einem zuvor relativ starken Rebound der Aktie bröselt der Kurs nun wieder kräftig vor sich hin. Alleine gestern wies die Aktie ein Minus von über acht Prozent auf.

Berichten zufolge investieren beide Unternehmen gerade wegen der anstehenden Fußball Europameisterschaft verstärkt in Marketing. Ob sich diese Investitionen am Ende auszahlen werden kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Grundsätzlich steigt damit aber die Chance auf ein starkes nächstes Quartal, und die aktuelle Schwäche bei den Aktien könnte sich als kurzfristig guter Einstiegszeitpunkt erweisen. Beide Aktien sind eher spekulativ einzustufen!

Abgelegt in Aktien Analysen, Trades/TradingUpdatesComments (0)

  • Aktuell
  • Top 10
  • Kommentare
  • Feed
  • Newsletter
  • Melden Sie sich jetzt für den Investors Inside Newsletter an.

    Ihr Name
    Ihre Email
Finanzblog Award 3. Platz
Smava Award 2008 2. Platz

Umfragen

Wo steht der Dax bis Ende Dezember 2012

View Results

Loading ... Loading ...
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
frisch gebloggt
Web Informer Button

OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit